Hinzu kommt, daß die Unternehmen nun die Möglichkeit haben, von der Quotenregelung zu dem «Gesamtarbeitszeitvolumen im Unternehmen» überzusteigen. Dieses Sammelvolumen wurde auf 35,9 Stunden pro Woche auf der Grundlage von 18 % der Erwerbsbevölkerung auf 40 Stunden und 82 % auf 35 Stunden festgelegt. In diesem System eröffnet jeder Teilzeitbeschäftigte die Möglichkeit, neue Verträge mit 40 Stunden abzuschließen. So ist eine Person mit 20 Stunden (15 Stunden weniger) potenziell 3 Personen, die zu 40 Stunden eingestellt werden (3 x 5 Stunden mehr). In der Metallurgie und Elektronik ergibt dies für dieses Jahr eine durchschnittliche Steigerung von nur 3,7 Prozent (was heute für das Durchschnittsgehalt 3.418 entspricht) und für 2019 etwas mehr als 3 Prozent (etwa 3,6 Prozent, wenn die 400 vollständig bezahlt wird). Im Vergleich zu den 27 Monaten der Laufzeit der Vereinbarung kommt es für ein Durchschnittsgehalt zu einer Erhöhung um 3,5 Prozent pro Jahr, etwas mehr für die niedrigsten Kategorien (aber immer vorausgesetzt, dass die 400 bezahlt werden). Bei einem prognostizierten Preisanstieg von 2 Prozent wird die Inflationsrate überschritten, aber die Produktivitätssteigerungen sind nicht enthalten. Im Gegensatz zu dem, was von den Mainstream-Medien festgestellt wird, gibt es in diesem Abkommen keine Arbeitszeitverkürzung. Wenn isolierte Mitarbeiter ihre Arbeitszeit individuell reduzieren, kann der Chef andere dazu bringen, in der gleichen Maßnahme länger zu arbeiten. Mit der Regel von 13 Prozent (oder 18 Prozent) hatten wir schon gesehen, wie sie massiv genutzt und oft überschritten werden kann.

Allerdings findet der Chef immer Opfer, die sich nicht wagen, sich seinen Wünschen zu widersetzen. Und das verschlimmert den Trend zur immer größeren Arbeitszeit. Die neue Vereinbarung der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, die als Pilotvereinbarung für andere Tarifrunden in Deutschland gelten soll, ist ein positives politisches Signal für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Es zeigt, dass wir die Krisenzeit beenden und dass die Arbeitnehmer für ihre Rechte für einen fairen Anteil an der Erholung eintreten. Die Vereinbarung zeigt auch, dass die «Flexibilität» am Arbeitsplatz nicht nur von den Arbeitgebern, sondern auch von den Arbeitnehmern festgelegt werden sollte. Es gibt drei Hauptausleinen aus der Vereinbarung, die sich auf Löhne, Arbeitszeit und den so genannten Tariflohnzuschlag beziehen. Der einzige Lichtblick in dieser Kampagne der Lohnverhandlungen ist, dass mit den vollen Streiktagen, die von der Gewerkschaftsführung ausgerufen wurden (und nicht nur gezielte und sehr begrenzte Aktionen, wie üblich), viele Arbeitnehmer zum ersten Mal so etwas wie eine kleine Kampferfahrung erleben konnten (allein in Baden-Wrttemberg streikten 190.000 Menschen). Angesichts der schwachen Zahl der Streiktage in Deutschland verdient diese gute Nachricht, so bescheiden sie auch ist, auch wenn die Gewerkschaftsmitglieder bei der Unterzeichnung des Abkommens wieder einmal kein Mitspracherecht hatten.